Im goldenen Herbst 2008 fand die Jahrestagung der Literaturstrasse zum zweiten Mal in Deutschland statt, mit dem Thema „ Natur und Mensch“ in chinesisch-deutscher Perspektive. Herr Professer Dr. Zhu Jianhua, Frau Professor Huang Keqin, Frau Prof. Zhaojin, Frau Zhao Gen aus der Deutschfakultaet der Tongji Universitaet sind auf Einladung der Literaturstrasse zum Symposium erschienen. Gefördert wird das Symposion wie 2007 in Shanghai und 2006 in Weimar von der Fritz Thyssen Stiftung. Organisiert hat diesmal der Tübinger Professor Georg Braungart. Er hat am Abend 30.09. im Museum das zweiwöchige Treffen eröffnet. An der Tagung haben über 30 chinesische Literatur- und Sprachwissenschaftler teilgenommen, unter der Leitung des Pekinger Germanistik-Doyens Zhang Yushu.

Natur und Mensch – das ist ein schwer zu erklärendes Verhältnis, das auch ein ewiges Thema der Literatur darstellt. Damit haben sich deutsche und chinesische Teilnehmer tagelang in dem Forum Scientiarum auseinandergesetzt. 12 Plenarvorträge und 32 Sektionsvorträge wurden gehalten. Sogar über die Hälfte der Referenten beschäftigten sich mit dem Vergleich zwischen China und Deutschland. Man sagte am Ende, dass wir uns auf einer richtigen Literaturstrasse zwischen China und Deutschland befinden. Trotz dieser Gemeinsamkeit gab es unter den Teilnehmern auch unterschiedliche Schwerpunkte. Manche redeten über die Lyrik der alten Zeit, z. B. „ Gespräch mit Bäumen. Formen der Naturlyrik bei C. F. Meyer“ von Gertrud Rösch aus Heidelberg, „ Natur und Menschen in der deutschen Erlebnislyrik und der traditionellen chinesischen Dichtung“ von Jiang Aihong aus Beijing, „ Landschaft und Natur bei Eichendorff“ von Andreas Kablitz aus Köln usw. Dabei wurde über die Symbolbilder der Naturerscheinungen und der Gegenstände in der Natur und deren Funktion in den literarischen Werken diskutiert. Es wurde auch versucht, dass zwischen ähnlichen Figuren verglichen wurde. Die anderen erläuterten aber aus anderen Perspektiven, wie z. B. „ Nähe und Ferne zur Natur: Rede als Stimme des Herzens oder/und Literatur als Träger des Sinnes“ von Wei Yuqing aus der alten chinesischen philosophischen Perspektive. Und einige Sprachwissenschaftler trugen auch dazu bei. Bei der Abschlussdiskussion wurde die Übereinstimmung erzielt, dass in der Hinsicht Natur und Mensch noch weiter und tiefer geforscht werden soll.

Während des Treffens wurde uns die Stadt Tübingen vorgestellt. Da Tübingen ein langzeitiger Wohnort von Hölderlin war, wurde auch ein Besuch im Hölderlinturm veranstaltet mit einer romantischen Lesung auf dem Neckar und einem wunderschönen Konzert. Und die Besichtigung des Friedhofs war eher beeindruckend wegen der Bescheidenheit der großen Geister. Noch zu erwähnen ist in dem Programm der Aufenthalt in Marbach, wo der große Friedrich Schiller geboren wurde. Die Anziehungskraft von der kleinen Marbach besteht nicht nur darin, dass man Schiller liebt, sondern auch, dass es dort das deutsche Literaturarchiv und das Literaturmuseum der Moderne, das sogenannte LiMo gibt. Die systematisch sortierten Kataloge und gut erhaltene Handschriften der großen Literaten im Archiv, die ausführliche Darstellung von dem Leben und den Werken von W. G. (Winfried Georg) Sebald, alles faszinierten Literaturinteressiete aus China.
Die Literaturstrasse 2008 in Tübingen und in Marbach war für uns vier Kollegen aus der Tongji-Universität und andere chinesische Kollegen wirklich ein Erlebnis.
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